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Basketball-Talente aus Kiel trumpften in Mannheim groß auf

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Auf den Spuren von „Magic“ und Parker

Kieler Nachrichten Printausgabe vom 15.04.2010    Text: Ingolf Haake  Foto: Archiv Tamo Schwarz

Mannheim. „Swisch“! Für Basketballer gibt es kein schöneres Geräusch. Je kürzer es ist, je leiser, umso besser. Denn dann rauscht der Ball aus noch größerer Entfernung, aus noch größerer Höhe durch die Reuse, ohne den Rand des Korbes zu berühren.
Beim 25. Albert-Schweitzer-Turnier (AST) in Mannheim, der weltweit bedeutendsten Basketball-Veranstaltung für Junioren-Nationalmannschaften, ließen es die Deutschen nun „swischen“ wie nie zuvor in der 52-jährigen Geschichte der inoffiziellen U18-Weltmeisterschaften. Auch die zahlreichen Talentspäher auf den vollbesetzten Tribünen rieben sich verwundert die Augen. Nicht etwa Titelverteidiger Griechenland, Rekordsieger USA oder traditionell starke Nationen wie Frankreich oder Spanien gaben unter den Körben den Ton an, sondern die deutschen U18- und U17-Teams. Der 92er-Jahrgang des Deutschen Basketball-Bundes (DBB), der mit Abstand beste seit vielen Jahren, stürmte mit Siegen über Japan (117:56), Brasilien (73:60), die Türkei (69:62), Italien (66:54), die eigene U17 (72:60) und einem 64:59 im Halbfinale über die USA sogar erstmals in ein AST-Finale. Das ging gegen Australien vor 2500 Zuschauern zwar mit 51:68 verloren, aber es war nur das letzte Sahnehäubchen, das fehlte.

 

Komplettiert wurde das fantastische Abschneiden des deutschen Nachwuchs' durch den dritten Platz der deutschen U17, die unglaubliche vier Siege (77:51 gegen China, 64:55 gegen Neuseeland, 70:67 gegen Italien, 59:53 gegen die Türkei) einfuhr und erst im Halbfinale von den „Aussies“ mit 75:53 gestoppt worden war. Im kleinen Finale feierte die U17 mit dem 79:68 über die USA jedoch ihren „emotionalen Höhepunkt“ (Bundestrainer Frank Menz) und betrieb beste Eigenwerbung für die WM vom 2. bis 11. Juli in Hamburg.
Waren es früher Spieler wie Earvin „Magic“ Johnson oder Tony Parker, Vince Carter, Pau Gasol, Tim Duncan und Arvidas Sabonis, die in Mannheim mit ihrem Ausnahmetalent Aufsehen erregten und wenige Jahre später zu Weltstars in der US-Profiliga NBA aufstiegen, so weckten nun plötzlich DBB-Spieler wie Philipp Neumann von den Brose Baskets Bamberg, Patrick Heckmann (ASC Theresianum Mainz) oder Mathis Mönninghoff (TSV Bayer 04 Leverkusen) das Interesse der Scouts.
Das hatte es in der Quadrate-Stadt seit 1998, als der junge Dirk Nowitzki mit der DBB-Auswahl den achten Rang belegt hatte, nicht mehr gegeben. Neumann zum Beispiel erzielte im Schnitt 16,6 Punkte (4. Platz der Bestenliste), zehn Rebounds (1. Platz) und 3,6 Blocks (1. Platz) pro Spiel und wurde zum besten Center der Veranstaltung gewählt.
Mit den Flügelspielern Jakob Krumbeck (TuS Jena) und Lars Wendt (Paderborn Baskets) hatten auch zwei ehemalige Kieler riesigen Anteil an den Erfolgen ihrer Teams. Eigentlich hätten es sogar drei sein sollen, aber Lars' Zwillingsbruder Ole Wendt musste wegen einer Kreuzband-Dehnung kurzfristig passen.
Insbesondere der athletische Jakob Krumbeck lief vor den Augen seiner Geschwister, Eltern und Großeltern zu großer Form auf. Italien schenkte der 17-jährige Ex-Spieler des TuS Holtenau, der im vergangenen Sommer dem Lockruf seines Bundestrainers zum Basketball-Internat in Jena gefolgt war, allein 24 Punkte ein, wobei er den Ball gleich viermal von jenseits der Dreipunktelinie einnetzte.

 

Lars Wendt, ebenfalls ein vorzüglicher Distanzschütze, der nach seinem 2008 erfolgten Wechsel von Itzehoe nach Paderborn zu einem der Aushängeschilder der Nachwuchs-Bundesliga (NBBL) avancierte, zügelte vor den Augen von Herren-Bundestrainer Dirk Bauermann seine ansonsten schier grenzenlose Dreier-Leidenschaft und begnügte sich damit, die gegnerischen Spielmacher zu neutralisieren. „Es gibt eine sehr positive Entwicklung. Wir haben mittlerweile pro Jahrgang zwei bis drei Spieler, die es in die A-Nationalmannschaft schaffen können - in der Vergangenheit war es nur einer“, erklärte Bauermann. Die DBB-Talente werden das Lob des Bundestrainers mit Genugtuung vernommen haben. Denn das hören sie am Ende noch lieber als ein noch so kurzes, leises...„Swisch“.

Abdruck des KN-Artikels mit freundlicher Genehmigung des Autors und Fotografen

 


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